Kreidezeichnung I

Im letzten Kunstcamp, das wir jedes Jahr an unserer Schule durchführen, ging es um anatomisches Zeichnen. Nach anfänglichen Übungen wurde mit Pastellkreide auf getöntem Papier gearbeitet, wobei interessante Ergebnisse entstanden. Wer gern zeichnet, kann es ja mal ausprobieren.

Ich empfehle euch weiche Kreiden und dunkles, etwas raues Papier zu nehmen. An die Vorzeichnung tastet ihr euch mit lockeren zarten Linien in einem sehr hellen Ton heran. Falsche Linien einfach stehen lassen. Sie stören am Ende nicht oder verschwinden unter Farbflächen ohnehin. Legt den Radiergummi am besten gleich weit weg. Mit maximal drei ähnlichen Farben, die zum Motiv passen und vielleicht auch noch komplementär zum Papierton stehen, werden nun einzelne Bereiche getönt. 

Lasst den Papierton für Hemd oder Hose als Farbton stehen und ab und zu auch an anderen Stellen durchscheinen. Das schafft Bildeinheit, hält also am Ende alles schön zusammen.

Nun gilt es, die Figur vom Papierton abzuheben. Dazu legt ihr hellere oder weiße Kreide flach auf das Blatt und drückt nur an der Kontur entlang auf. Noch mehr Abgrenzung und Differenzierungen erreicht ihr durch dunkle Kontur- und Binnenlinien (also Linien innerhalb des Objektes). Dreht beim Zeichnen dieser Linien die Kreide leicht und drückt verschieden stark auf, um unterschiedliche Linienformen zu erhalten, denn nichts zerstört eure Zeichnung mehr als eine gleichmäßige und überall durchgezogene Konturlinie.

Lasst euch nicht zu schnell entmutigen, sondern experimentiert ein wenig. Meine Zeichnung hat auch etliche Fehler: So stimmt die Anatomie des hinteres Arms nicht und an Armen und Gesicht hätte ich den dunklen Papierton besser für die Schatten nutzen sollen. Nun wirken Gesicht und vorderer Arm wie von unten links angeschienen.

Vergesst auf keinen Fall euer Werk mit Fixativ zu besprühen, denn sonst verwischt die Kreide, wird blasser und hinterlässt hässliche Flecken, wie bei mir rechts oben in Gesichtshöhe.

Übrigens: Auch nur mit einem hellen und einem dunklen Stift auf getöntem Papier zu arbeiten, macht Spaß und führt zu interessanten Ergebnissen.

 

 

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